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Frank Nagel

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Newsroom ÖPNV

Frank Nagel

Ich bin mit Leidenschaft Netzwerker in Sachen Mobilität. Management und Kommunikation faszinieren mich. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit auf allen Schienen sind mein Metier. Organisation und Forschung gehören zu meinen Interessen.

Kommt die Linie 16 zurück?

03.05.19

Atikel der OP

Diskussion um Straßenbahn gewinnt an Fahrt

Kommt die Linie 16 zurück?

<time itemprop="datePublished" datetime="2019-05-03T09:56">03.05.19 09:56</time>

<figure><figcaption>Die gute alte Zeit? Bis zum Start im Jahr 1995 des S-Bahn-Zeitalters in Offenbach verband die Straßenbahnlinie 16 Offenbach und Oberrad und prägte das Bild auch in der Frankfurter Straße.© Thorsten Lang</figcaption></figure>

Kommt die Straßenbahn zurück nach Offenbach? Diskussion gewinnt an Fahrt.

Offenbach – Der geneigte Offenbacher dürfte sich angesichts der gegenwärtig diskutierten Frage, ob die Straßenbahn zurück nach Offenbach kommt, verwundert die Augen reiben. Hatten wir doch schon mal.

Noch einen Schritt weiter: Erlebt gar der Hauptbahnhof mit der immer wieder aufkeimenden Idee einer südmainischen S-Bahn eine blühende Wiedergeburt? Fakt ist: Autofahrer nervt im Rhein-Main-Gebiet der zunehmende Verkehr auf den überlasteten Straßen. Auch das Schienennetz ist spürbar zu grobmaschig gestrickt. Steigende Einwohnerzahlen beschleunigen dabei keineswegs Ideen oder Konzepte. Der stetige Zuzug verschärft allenfalls den Verkehrskollaps.

Eine der am rasantesten wachsenden Städte ist Offenbach. Da ist es eigentlich nur logisch, dass sich der lokale Verwaltungschef überlegt: Wohin mit dem ganzen Verkehr? Seine Vision, grob gefasst: Ein Ringschluss von Oberrad über das Hafengebiet (mit der künftigen Hochschule für Gestaltung), das ehemalige Allessa-Areal und Bürgel nach Fechenheim – zumindest als Straßenbahn, im Idealfall als U-Bahn. Dabei ist Felix Schwenke wichtig, dass er weiter denkt als in Amtszeiten oder Wahlperioden: „Sagen wir lieber 30, 50, 100 Jahre... Ich möchte aber für mögliche künftige Probleme eine Alternative in der Schublade haben.“

Straßenbahn in Offenbach: Idee ist nicht neu und exklusiv

Das ist jetzt nicht so verkehrt – manch einer mag sagen: verrückt –, wie es sich zunächst anhört. So ist bereits in einer chronologischen Abwicklung des Verfahrens S-Bahn-City-Trasse mit Datum 6. November 1964 seitens der Stadt Offenbach vermerkt: „Besprechung mit Vertretern der Bundesbahn. Hier wird gegenüber dem Vorschlag der Bundesbahn (DB-Trasse) erstmalig die Notwendigkeit betont, durch ein Gutachten die S-Bahnführung im Zuge der Berliner Straße (City-Trasse) untersuchen zu lassen.“ Wer fit in neuerer Stadtgeschichte ist, weiß: Besagte City-Trasse wurde 29 Jahre später eingeweiht.

Und um ein solches Gutachten geht es dem Oberbürgermeister, wenn er jetzt von einem U-Bahn-Ringschluss von Oberrad bis Fechenheim spricht. Neu und exklusiv ist diese Idee nicht, vielmehr wurde sie im OB-Wahlkampf 2017, etwas konkreter formuliert als Revival der Straßenbahnlinie 16, übrigens von den beiden finalen Kandidaten Felix Schwenke (SPD) und Peter Freier (CDU). Erstgenannter hat das als gewählter Verwaltungschef nicht aus den Augen verloren, betont jedoch: „Es ist ausdrücklich eine Idee, wenn wir das Notwendige machen könnten.“

Diese vier Punkte sprechen für eine U-Bahn in Offenbach

Als Schlagworte sprechen aus seiner Sicht vier Punkte für eine U-Bahn: Verkehrskollaps, Klimawandel, Wirtschaftsstandort, Wohnstandort. Es ist für Felix Schwenke klar, dass ein solches Projekt nur umzusetzen wäre, wenn alles durch Europäische-, Bundes- oder Landesmittel zur Förderung des Schienenverkehrs bezahlt würde. Seine Begründung: „Klimawandel ist eine europäische und eine nationale Aufgabe, daher muss der Ausbau des Schienenverkehrs auch durch diese Ebenen maßgeblich mitfinanziert werden – mit besonders guten Förderquoten für arme Kommunen.“ Eine solche ist Offenbach nachweislich. Und er schließt einen weiteren Rollgriff in des Bürgers Geldbörse aus: „Weitere Grundsteuer-Erhöhungen in Offenbach sind für mich als Oberbürgermeister auch für so ein wichtiges Thema explizit nicht sinnvoll.“

Eine Studie sollte im ersten Schritt klären, was ein solcher Ringschluss kostet und wie eine solche U-Bahn-Linie geführt werden müsste. Eine „reduzierte Variante in Form einer Straßenbahn“ sei ebenfalls denkbar, Schwenke gibt zu bedenken: „Eine Straßenbahn hat finanzielle Vorteile, aber verkehrliche Handicaps. Hier wird der Straßenraum für Autos, Fahrräder oder neue elektrische Mobile wie Roller weggenommen.“

Straßenbahn in Offenbach: Verlängerung der „16“ wäre zukunftsweisend

Dabei erhält der Offenbacher Oberbürgermeister Unterstützung von der Frankfurter CDU. Eine Verlängerung der „16“ wäre zukunftsweisend. Das ist zumindest die Einschätzung von Frank Nagel, Vorsitzender des Verkehrs-Ausschusses der Frankfurter Christdemokraten.

Nagel erläutert, wie die Verlängerung der Straßenbahn angelegt werden könnte: ab der Landesgrenze über die Frankfurter Straße, Kaiserstraße und weiter bis Fechenheim. Die Strecke würde erstmals das Hafenviertel gut anbinden. Über die Carl-Ulrich-Brücke und auf der für die damals geplante Umgehungsstraße freigehaltenen Trasse ginge es durch Fechenheim bis zur Schleife Hugo-Junckers- / Ernst-Heinkel-Straße an der Hanauer Landstraße.

Offenbachs Zentrum wäre deutlich besser angebunden

Von der Kaiserstraße in Offenbach sollte ein Abzweig über die Berliner Straße bis zum Mobilitätsknoten Marktplatz (S-Bahn-Station) führen. Somit wäre Offenbachs Zentrum deutlich besser an Fechenheim und Oberrad angebunden. Das Projekt ermögliche Chancen für eine positive Entwicklung der Innenstadt, bekräftigt der Offenbacher CDU-Fraktionschef Roland Walter, allerdings sieht er es nicht als „prioritär“.

Nagel folgert jedoch für die Straßenbahnpläne: „Es ist an der Zeit, die Diskussion endlich durch eine Planung und eine Kalkulation zu untermauern. Es sollten Fakten über die Kosten und die Finanzierbarkeit vorgelegt werden, das würde die Sache vorwärtsbringen.“ Das würde OB Schwenke glatt unterschreiben, auch wenn er ein anderes öffentliches Verkehrsmittel priorisiert: Man sollte zumindest das Geld für eine Studie zusammenbringen, um mit den Ergebnissen das „Einwerben von Geldern“ zu beginnen. Der Verwaltungschef ist sicher: „Das wird ein sehr langer Weg.“

Nordmainische S-Bahn: Eigentlicher Baubeginn steht noch nicht fest 

Das wird aktuell auf der anderen Mainseite deutlich: Der eigentliche Baubeginn der nordmainischen S-Bahn von Hanau nach Frankfurt ist abhängig von der „Erteilung des Baurechts und dem Abschluss eines Finanzierungsvertrags“, heißt es auf der Projekt-Homepage.

Die Deutsche Bahn und ihre Partner beabsichtigen, 2019 mit einer ersten Bahnübergangsmaßnahme und frühestens Ende 2021 mit den Hauptbauarbeiten zu beginnen. Vorkehrungen für diesen S-Bahn-Ast wurden bereits in den 1980er Jahren mit dem Bau des S-Bahn-Tunnels zwischen Konstablerwache und Ostendstraße getroffen, „indem die Tunnelanschlüsse im Bereich der künftigen Streckenverzweigung miterrichtet wurden“, heißt es im Regionalen Nahverkehrsplan des RMV (RNVP), der das zentrale Instrument zur Steuerung der weiteren Entwicklung im Verbundraum darstellt.

VON MARTIN KUHN

Hier gibt es mehr dazu.

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